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Wo kann Mediation hilfreich angewandt werden?
FamilienmediationDie Familienmediation ist in den 70er Jahren in den USA im
Zusammenhang mit Sorgerechts- und Besuchsrechtsstreitigkeiten entwickelt worden
und wird seitdem erfolgreich in Trennungs- und Scheidungsprozessen eingesetzt.
In Europa hat sie sich seit Beginn der 80iger Jahre zunehmend etabliert. Mediation im ErbschaftsfallIn fast 90 % aller Erbfälle hat der Erblasser bzw. die
Erblasserin die Nachfolge weder durch Testament noch durch Erbvertrag geregelt.
Die Folge ist oft heftiger Streit unter den Erben mit großer emotionaler
Betroffenheit, der den Familienfrieden für Jahre zerstören kann. Ein
anschließendes Gerichtsverfahren – teuer und langwierig - vertieft den Unfrieden
oft noch. WirtschaftsmediationIm Wirtschaftsleben gewinnt die Mediation zunehmend an
Bedeutung. Immer mehr Unternehmen nutzen die Mediation als kostengünstiges und
effizientes Instrument zur Konfliktbearbeitung. In den USA werden seit über 20
Jahren – insbesondere auch in der Wirtschaft – gute Erfahrungen mit alternativen
Konfliktlösungsmethoden wie der Mediation gemacht. Forschungsergebnissen zufolge
haben Mediationen eine Erfolgsquote von 70 - 90%, d.h. sie erbringen einen
großen betriebswirtschaftlichen Nutzen. Aus diesem Grunde bauen auch immer mehr
Firmen Mediation als festen Bestandteil in ihr Konfliktregelungssystem ein. Mediation im öffentlichen BereichDas Einsatzgebiet der Mediation im öffentlichen Bereich
erfasst Auseinandersetzungen im Planungs-, Umwelt- und Bauwesen, etwa bei
energie-, abfall- oder verkehrspolitischen Vorhaben. Die Streitfälle sind
gekennzeichnet durch die Beteiligung einer Vielzahl von Parteien mit
divergierenden Interessen und die Komplexität der Konfliktthemen und –gegenstände.
Mediationen im öffentlichen Bereich finden häufig im Vorfeld von gesetzlich
vorgeschriebenen Planungs- und Genehmigungsverfahren statt. Ziel ist die
Beschleunigung oder Vermeidung von Verwaltungsverfahren und die Erreichung von
allseits akzeptierten Lösungen. SchulmediationSchulmediation ist eine Methode zur Konfliktregelung und zur
Gewaltprävention zwischen Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern.
Ziel der Schulmediation ist es, den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu
geben, ihre Konflikte eigenverantwortlich zu regeln. Am Ende dieses Prozesses
stehen sozialkompetente und verantwortungsbewusste Menschen sowie die Entlastung
von Lehrkräften und Eltern. Am verbreitetsten ist das Modell der Peer-Mediation,
die Mediation durch Schülerinnen und Schüler, die an einem Training zum
„Streitschlichter“ oder „Konfliktlotsen“ teilgenommen haben und die die
Konfliktparteien bei der Regelung und Lösung ihrer Auseinandersetzungen
tatkräftig unterstützen. Täter-Opfer-AusgleichBeim Täter-Opfer-Ausgleich erhalten Opfer und TäterIn
Gelegenheit, ihren Konflikt unter Mitwirkung eines unbeteiligten Dritten – des
Mediators/der Mediatorin – außergerichtlich zu regeln und sich über eine
Wiedergutmachung zu verständigen. Er ist seit längerer Zeit schon juristisch
verankert. Zu kennzeichnenden Elementen des Täter-Opfer-Ausgleichs gehören
Schadenswiedergutmachung, und Konfliktausgleich, im günstigsten Fall auch die
dauerhafte Versöhnung zwischen den Beteiligten. Mediation im Kontext des BehindertengleichstellungsgesetzesDas neue österreichische Behindertengleichstellungsgesetz
sieht ein verpflichtendes Schlichtungsverfahren vor, noch ehe eine gerichtliche
Geltendmachung von Ansprüchen aus einer Diskriminierung aufgrund einer
Behinderung erfolgt. Interkulturelle MediationInterkulturelle Mediation ist ein Verfahren, das besonders
durch die Aspekte kultureller Zughörigkeit und interkultureller Kommunikation
geprägt ist. |
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